Über uns
Das Frauennetzwerk Memmingen dient der Bündelung frauenpolitischer Interessen und Kräfte in Memmingen. Es setzt sich grundsätzlich für die Förderung und Gleichstellung aller Frauen ein.
Unser Selbstverständnis
Zweck des Frauennetzwerkes ist die stärkere Vernetzung der Frauengruppen und der Frauen in Memmingen.
Dem Frauennetzwerk Memmingen gehören zahlreiche Frauengruppen, Organisationen, Vereine, Verbände und auch Einzelfrauen an.
- Verbesserung der Kenntnis und des Verständnisses der Aufgaben und Ziele der verschiedenen Gruppen und Organisationen,
- gemeinsame Aktionen und Veranstaltungen wie z.B. den internationalen Frauentag,
- Kontakt mit den politischen Verantwortlichen,
- Stellungnahmen zu politischen und gesellschaftlichen Vorgängen.
Das Frauennetzwerk arbeitet unabhängig, überparteilich und überkonfessionell.
Unser Vorstand
Ursula Jemiller
1. Vorsitzende
Berti Huber
2. Vorsitzende
Christine Frasch
Finanzen
Andrea Preissler-Springer
Beisitzerin
Claudia Fuchs
Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Memmingen
Kontakt
Telefon: +49-8331-850 2463
E-Mail: info@frauennetzwerk-mm.de

30 Jahre Frauennetzwerk Memmingen
Die Gründung
Unter dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ rief Sigrid Baur, die erste Frauenbeauftragte der Stadt Memmingen, am 14. September 1995 zur Gründungsversammlung des Frauennetzwerks auf. Eingeladen waren sämtliche Frauengruppen und -organisationen, von den weiblichen Mitgliedern der verschiedenen Parteien über kirchliche Verbände bis hin zu den Ortsbäuerinnen , dem Frauenhaus (Verein zum Schutz misshandelter Frauen und Kinder e.V. ) oder der ein Jahr zuvor gegründeten Frauengeschichtswerkstatt, um nur einige zu nennen. Auch Einzelfrauen waren von Beginn an willkommen.
Im März 1996 wurde eine Satzung verabschiedet, das erste Vorstandsteam gewählt und ein großes Gründungsfest in der Rathaushalle für „Mütter, Großmütter, Töchter, Schwestern, Tanten und Freundinnen“ gefeiert.
Zum zehnjährigen Bestehen wurde das Netzwerk ein gemeinnütziger Verein.

Die Ziele waren und sind klar definiert:
Das Frauennetzwerk dient einer Bündelung frauenpolitischer Interessen und Kräfte in Memmingen. Es setzt sich grundsätzlich für die Förderung und Gleichstellung aller Frauen ein und möchte in deren Interesse auf politische und gesellschaftliche Entscheidungen hinwirken.
Neben den großen Themen
- Vereinbarkeit von Familie und Beruf
- Rente
- Frauenrechte
- Frauengeschichte
- Gleicher Lohn für alle
- Frauengesundheit
- Pflege
gab es immer auch eine Auseinandersetzung mit kommunalpolitischen Themen, z.B. die „Bäderfrage“, die Forderung nach einer Bürgermeisterin, nach weiblichen Straßennamen, nach gemeinschaftlichem Wohnen im Alter oder der Protest gegen sexistische Werbung.
Gemeinsame Aktionen und Veranstaltungen stärkten von Anfang an den Zusammenhalt.
Wichtige Termine im Jahresablauf sind bis heute ONE BILLION RISING, der Internationale Frauentag, Equal Pay Day, „Nein zu Gewalt gegen Frauen“.
Wir kooperieren nicht nur mit Frauengruppen und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Memmingen, sondern auch mit der Bibliothek, der VHS, dem Landestheater Schwaben, dem Bündnis für Menschenrechte und Demokratie.
Mit unserer Gruppe „Memminger KulturVerstrickungen“ (seit 2016) sind wir präsent bei Veranstaltungen wie „Memmingen blüht“ und dem „Fest der Kulturen“ sowie beim „Christbaumloben“. Es entstanden textile Flaggen „Alles Memmingerinnen“ und mehrere Teppiche, z. B. der Rote Teppich (Nein zu Gewalt gegen Frauen) oder das Friedenswerk.
In der Fußgängerzone machten wir aufmerksam auf die soziale Kälte, auf Gewalt gegen Frauen (Rote Bank, Hand aufs Herz), auf Equal Pay (Rosa kostet mehr!), auf die Care-Arbeit von Frauen (mit einem rollenden Pflegebett). Seit drei Jahren sind wir auch tageweise auf dem Weihnachtsmarkt vertreten.

Unsere kulturellen Veranstaltungen beinhalten
- Filme („Töchter zweier Welten“, „Volver“, „Die Aussprache“)
- Vorträge, wie 2025 zum Thema „Care“ von Prof. Prof. Dr. i. R. Uta Meier-Gräwe
- Lesungen, z. B. über „Camille Claudel“, „Mileva Einstein“ oder von Autorinnen zu Frauenthemen, z. B. von Mia Raben „Unter Dojczen“ über eine polnische Pflegekraft.
- Stadtrundgänge in Memmingen: „Von ehrbaren Matronen, berüchtigten Hexen, reichen Witwen und armen Mägden“ (Renée Düring) oder „Zeitenwende“ (Sabine Streck)
- Kabarett, z. B. „die Tanten“, „Die flotten Lotten“ oder „Die Pertussis“
Ein fester Bestandteil des Jahresprogramms ist unsere Frauenfahrt, die uns zu Frauen-Ausstellungen führte (nach Ingolstadt zur Landesausstellung „Frauen in Bayern oder nach Wolfegg zu „Hosen an, Zöpfe ab!“) bzw. frauenbezogene Stadtführungen zum Inhalt hatte, wie z. B. auf den Spuren der Beginen.




Zu guter Letzt besichtigen wir nicht nur Ausstellungen, sondern initiieren sie auch selbst. Das begann mit den Fotoausstellungen „So wollen Frauen leben“ (1998) und „Frauenpower im Beruf – So arbeiten Frauen“ (2002).
Es folgten zwei Wanderausstellungen: „Da muss ich erst meinen Mann fragen“ (2009) und „Alles unter einen Hut“ (2019), die von Memmingen aus auf Reisen gingen.
Auch die Pandemie konnte uns nicht bremsen. Wir verlegten die Ausstellungen einfach in die Schaufenster.
Bei unserer ersten Kooperation mit den Memminger Künstlerinnen unter dem Titel „Frauen Kunst & Kultur – Frauen sehen Frauen“ 2017 im Antonierhaus stellten 32 Frauen aus.
Zum 30-jährigen Jubiläum und als Beitrag zum Gedenk- und Eventjahr der Stadt zu 500 Jahren Freiheitsrechte luden wir 2025 wieder Künstlerinnen ein, zum Thema „Frauen Leben Freiheit“ kreativ zu werden. Frauen feiern die Freiheit, sich künstlerisch frei und gleichberechtigt auszudrücken, die sie in der Geschichte über lange Zeit nicht hatten. Sie zeigen, wie sie Freiheit heute begreifen und leben.
Mit Glück und Hartnäckigkeit konnten wir mit dem ehemaligen Madlenerhaus einen einzigartigen Ausstellungsort finden und somit auch die Malerin (nicht nur Tochter), Julie Madlener, als letzte Bewohnerin des Hauses in den Reigen der 25 Ausstellenden aufnehmen.
Die Künstlerinnen haben das Haus und den märchenhaften Garten begeistert „in Besitz genommen“ und ihm mit ihrer Kunst neues Leben eingehaucht. Die Ausstellung fand einen enormen Zulauf.
Rund 3.500 begeisterte Besucherinnen und Besucher in zwei Wochen ermutigten uns zu einem neuen Projekt. Mit der Initiative „Madlenerhaus. Jetzt! Schluss mit dem Dornröschenschlaf!“ suchen wir seitdem Verbündete für einen Förderverein, der die Sanierung des Hauses vorantreibt und diesen Lost Place zu einem lebendigen Kunst- und Kulturareal verwandelt.
